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Böhmermannverehrung

boehmermann

Oh wie billig sind die Witze über Erdogan
du weißt, jener schwule Ziegenficker mit Großenwahn
der mit seinen verschrumpften Eier und sein nichtigem Glied
schon Anlass war für manch ein schmählich Lied

teuer aber ist die Meinungsfreiheit der freien Welt
egal wie ein Satiriker wedelt mit dem Schwanz und bellt
egal wieviel der türkische Diktator darüber flucht und flennt
in der Rechtsordnung der Bundesrepublik ist er tatsächlich impotent

Die Flüchtlingsdebatte nach Rilke

Grabmal eines jungen Mädchen

Wir gedenkens noch. Das ist, als müßte
alles dieses einmal wieder sein.
Wie ein Baum an der Limonenküste
trugst du deine kleinen leichten Brüste
in das Rauschen seines Bluts hinein:

– jenes Gottes.
Und es war der schlanke

Flüchtling, der Verwöhnende der Fraun
Süß und glühend, warm wie dein Gedanke,
überschattend deine frühe Flanke
und geneigt wie deine Augenbraun.

Im Wiener Supermarkt

Kunde zahlt eine Flasche O-Saft mit einem 100 Euro-Schein.
Kassiererin: “Da geht das Wechselgeld für eine ganze Woche.”
Nächster Kunde: “Grüß Gott. Ich hab’ leider auch nur einen 50-Euro Schein.”
Kassiererin (mit osteuropäischem Akzent): “Leider? Ich wünsche mir ich hätte einen 50er Schein in der Hand.”
Kunde schmunzelt.
Kassiererin: “Das ist nicht zum Lachen.”
Kunde (während seine Einkäufe gescannt werden):
“Darf man im Supermarkt auch Trinkgeld geben?”
Kassiererin: “Nicht alles auf einmal.”
Kunde wiederholt die Frage wenn er sein Wechselgeld bekommt.
Kassiererin: “Nein, das darf man nicht.”

Der Patient

Patient sieht links das meer, rechts hotels voraus die leere versaufen in luxus ratlos seine lippen um eine flasche geschlossen die augen halb geschlossen still setzend was er still setzen kann. wünscht ganz verschwommen zu werden. kontouren. von der liebe erhoben, wünscht dass blei in seinen wimpern unsichtbar bleibt. seine hand zittert, finger aber regungslos. bildet leuchttürme zu weit auseinander. badet lange. seine haut faltig, sein geschlecht vermutlich ohne gefühl. gewöhnt sich hier nicht, 10mg erste woche, jeweils plus 5mg danach, bis ende

Burkina und die Frankfurter Schule

Gestern in der FAZ: “Bundesverwaltungsgericht gibt Frankfurter Schule recht”.

Endlich! Die Dialektik der Aufklärung gerichtlich anerkannt. Horkheimer und Adorno rehabilitiert. Die zwangsläufige Umnachtung des Abendlandes, die wir gerade erleben, ist damit theoretisch auf festen Füssen gestellt. Die unbequeme Wahrheit – die manchen Recenzenten der Aufsatzsammlung von 1947 entgangen ist – dass das Projekt der Aufklärung immer dann mehr Düster erzeugt als es verdrängt, wenn es versucht, unsere innere Natur zu entmythologisieren, ist endlich von Seiten der Juristerei bescheinigt. Nicht dass sie es gebraucht hätte, aber immerhin.
Dass Mädchen gezwungen werden können, am koedukativen Schwimmunterricht teilzunehmen, weil der Vollkörperbadeanzug, der Burkina, eben keine Einblicke gewährt, wird allgemein als Sieg einer Integrationspolitik gesehen, die aber das “auf einander zugehen” und der “offene Dialog” um jegliche Spontaneität bringt, indem sie sie verpflichtet.
Nicht nur den gesunden Jungen, die neben dem integrierten Moslimmädchen schwimmen und neugierig auf seine verpackte Brustregion schielen, dichtet man einen absoluten Mangel an Vorstellungsvermögen zu; auch den Bürgern wird die Fähigkeit abgesprochen, ohne staatliche Intervention miteinander klarzukommen. Eifrig wird versucht, Untertanen zu kreieren, die sich jene Form instrumentalisierter Rationalität verschreiben, die ihre gelebten Paradoxen aufzulösen nicht kühl dem Sonntagnachmittag überlassen kann – was sie letztendlich konsequent in die Selbstzerstörung treiben wird.

Mit anderen Worten: Aus Integration wird eine Trockenschwimmübung, und durch den Fleiss der Richter schlägt früher oder später die Aufklärung mal wieder in ihr Gegenteil um. –
Eckhard Krohneimer, überlebender Achtundzecher

Original auf [http://denkentutnichtweh.creativechoice.org/?p=350]

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Im philosophischen Schraubstock

FDP-Wahlplakat: “Gerechtigkeit statt Umverteilung”
Gerechtigkeit heisst hier die Gerechtigkeit des freien Marktes, oder der unsichtbaren Hand. Freiheit sollte die einzig wichtige Grundlage einer liberalen Partei ausmachen. Freiheit, als ein solch elementarer politischer Begriff, mehr elementar noch als die Gerechtigkeit, müsste die letztere bestimmen können. Die Freiheit kann der Gerechtigkeit etwas anhaben. Die freie Wahl – zum Beispiel die Wahl einer sich selbst widersprechende politische Partei – müsste Gerechtigkeit oder eben Ungerechtigkeit herbeiführen können. Nun lässt der Gerechtigkeitsbegriff vom FDP-Plakat dies nicht zu. Gerechtigkeit wäre nur dann real, wenn Freiheit entweder nur die gelbe Freiheit von FDP-Anhänger ist, oder sich selbst beschränkt und vor der Umverteilung zurückscheut, wenn also die Nichtanwendung revolutionärer Freiheit von oben diktiert wird.

Original auf [http://denkentutnichtweh.creativechoice.org/?p=345]

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Orakel Augstein

Wie klingt die Stimme der Mittelmässigkeit? In seiner Kolumne gibt Jakob Augstein sich von seiner besten Seite. Es geht darum, dass neulich Begriffe wie Gerechtigkeit, Verantwortung und Demokratie ausverkauft wurden. Merkel tut einfach, egal was der Bundestag sagt. Interessant, denke ich mir, und lese den Text. Wir müssen die Begriffe zurückerobern, so steht es geschrieben, denn dann wäre die Welt wieder in Ordnung. Jetzt ist es nur ein Chaos von in einander verstrickter, von Zynismus gelähmter Zünfte, und so wählt Augstein seine Adjektive präzise, wenn er die Eigene verteidigt:

“Wir haben unsere Verantwortung delegiert – und dann ist sie im Dickicht furchtsamer Politiker, gieriger Banker und verständnisvoller Journalisten einfach verschwunden.”

Dass es die konventionellen Medien sind, die den ultimativen Demokratisierungsprozess des freien Informationsflusses jetzt aufhalten, will er nicht wahrhaben. Die Murdocks und Springers dieser Welt sind es, die immer wieder, und immer gekonnter, genau die Nachrichten bringen, die den eigenen finanziellen Interessen zweckdienlich sind, während sie (noch) ein optimiertes Mindestmass an Glaubwürdigkeit schaffen. Über Proteste in “Demokratien”, gegen Monsanto, gegen Keystone XL, gegen Fracking, wird kaum berichtet.

Augstein hält aber einen guten Rat für die Aktivisten, die in den Medien systematisch unterrepräsentiert werden, bereit, zitiert von Ingo Schulze:

“Wir müssen über die Geste und die symbolische Handlung hinaus unseren Willen gewaltlos kundtun, und dies – wenn nötig – auch gegen den Widerstand der demokratisch gewählten Vertreter.”

“Gewaltlos kundtun”: ist das nicht genau was eine symbolische Handlung ausmacht? Und ist es nicht genau das, was Augstein nicht einzusehen vermag, dass auch die lupenreinen Demokratien nicht handlungsfähig sind, wenn es darauf ankommt, die ökologische Katastrophe abzuwenden? Und dass es die “verständnisvollen Journalisten” sind, die sich endlich der Aura des Kapitals entziehen müssten und statt immer wieder eine Selbstanalyse des elitären Zynismus zu bringen, jenen Leuten Aufmerksamkeit schenken sollten, die durchdachte Alternativen haben für eine Permanenz menschlicher Kultur auf einem lebendigen Planeten.

Original auf [http://denkentutnichtweh.creativechoice.org/?p=334]

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Gewöhnung

Das “Ego” ist eine Gewohnheit, so wie Rauchen, und sonst nichts. Wir sollten nicht über das Ego sprechen, als ob es ein Ding wäre. “Das Ego in mir” ist so etwas wie “der Raucher in mir” – und dagegen – oder: dafür – hilft nicht halb verstandene metaphysische Gaukelei, sondern ein Wechsel unserer Gewohnheiten.

Original auf [http://denkentutnichtweh.creativechoice.org/?p=326]

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24 June, 2013 06:51

Wer ist der beste Pazifist?

Wer angesichts Vergewaltigung und Mord
– Er ist gerade selber vor Ort –
Lieber nicht schiesst und passiv ist
Der ist der beste Pazifist.

Wie die allermeisten Abstraktionen, ist Pazifismus in letzter Konsequenz eine Perversion dessen, was es versucht zu widersprechen. Es gibt kein absolutes Gebot, das unter gewissen Umständen nicht genau das Gegenteil bewirkt.

Georg Schimmel – Internetartist

Original auf [http://denkentutnichtweh.creativechoice.org/?p=322]

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Was „bedeutetet“ Ethik?

Die “Bedeutung” eines Wortes liegt in seinem Gebrauch beschlossen. Nehmen wir das Wort “Ethik” und lesen wir was wir in der Öffentlichkeit über es vorfinden. “Ethik” ist dort nur noch eine nervige, den Spaß verderbende Fußnote bei der Genforschung, die ohnehin nicht aufgehalten werden kann. Ethik in unserer Gesellschaft ist etwas vollkommen passives, eine realitatsferne, todmüde Kommentarstimme.

Original auf [http://denkentutnichtweh.creativechoice.org/?p=313]

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Voraussetzung

Unsere Gesellschaft setzt seine eigenen Errungenschaften, also sich selbst, mit wachsender Notwendigkeit voraus. Wir lesen Beobachtungen, daß die Technologie immer mehr Probleme schafft, die nur mit mehr Technologie zu lösen sind, oder daß die Konsequenzen des Bevölkerungswachstums mehr Bevölkerungswachtsum notwendig machen, weil die größere Zahl der Menschen zu besseren technologischen Lösungen führe. Ein Schritt “zurück” (zu Landwirtschaft vor der Green Revolution, zu ausschließlich fossiler Energie) wird mit zunehmender Wahrscheinlichkeit das Ende der Zivilisation – und zahllose Todesopfer – bedeuten.

Das Prinzip ist uns bereits aus de “Philosophie der Atombombe” (Karl Jaspers, Günther Anders bekannt: sie setzt voraus, daß alle Parteien, die über die Bombe verfügen, moralisch so weit entwickelt sind, dass sie sie nicht einsetzen. Das Prinzip wirkt hier negativ: eine bestimmte Handlung soll unterlassen werden (und man kann nie mehr hinter diesen Grundsatz zurückfallen).

Wo aber keine direkte Vernichtung, sondern die schleichende aber vollständige Zerstörung der Lebensgrundlage droht, wirkt das Prinzip “Kein Zurück” positiv: Handlungen werden notwendig für die Rettung, und deren Unterlassung wird zur Vernichtung führen.

“Dieses Herbeiführen des existential Notwendig-Werden der Voraussetzung, daß die zukünftige Kultur qua Intensität der Naturbeherrschung nicht hinter der hiesigen zurückbleibt, ist nichts anderes als der Selbstentwurf des Menschlichen in einer postreliösen Welt.”

Ist das die Verwirklichung der Hegelschen Idee, wo die Notwendigkeit des sich selbst verwirklichenden Geistes nichts anders bedeutet als die materielle Notwendigkeit um alles was bisher erreicht wurde, für den nächsten Schritt vorauszusetzen? Und liegt in dieser Entwicklung, daß unser Handeln immer mehr nach dieser materialen Notwendigkeit tendiert, die letzte Bedeutung unserer metaphysischen Ambition?

Original auf [http://denkentutnichtweh.creativechoice.org/?p=257]

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Lob der Bürokratie

Versuchen wir es mal so zu sehen:
Die Bürokratie stellt die Illusion erst her, dass es irgendwie eine Gerechtigkeit gibt, wonach wir streben könnten. Also spricht die Bürokratie:
“Es gibt nun mal diese Regeln. Wir können natürlich deinem Wunch aus logistischen Gründen nicht gerecht werden, aber bestätigen dir gerade damit, dass seine Erfüllung prinzipiell gerecht wäre.”

This post was originally published on [http://denkentutnichtweh.creativechoice.org/?p=196]

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Ratzinger

Der heil’ge Geist ist nicht ganz mehr wach
und auch sein Körper lasst nach und nach
also entkommt man nicht dem Verdikt:
es ist das Aus für Herrn Benedikt

Der Ratzinger trug weder Pelz noch Fell
gekleidet ging er eher traditionell
ein Modepapst, das wäre zu banal
dann lieber noch eine Weile Kardinal

Sein Nachfolger ist zunächst unbekannt
und die ganze Welt wartet zurecht gespannt
bis da aufsteigt der weisse Rauch
und gehüllt in ihm steht Günther Jauch

This post was originally published on [http://denkentutnichtweh.creativechoice.org/?p=194]

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Das Ungesagte ins Gesicht der Macht

[…] das, was ungesagt bleiben kann in einer Unterhaltung und trotz der Hingabe zu der loquax (man entleert sich) in der Einflusssphäre der fremden Macht des Anderen (zum Beispiel des Vaters) diese Hemmung einzubauen, die es schlicht verhindert, bestimmte Dinge zur Sprache zu bringen […] dort kehrt sich gleichsam die Unterwerfung gegen sich selbst, und schränkt sie sich selbst ein, sodass sie unvollendet bleibt und eben darin einen Ansatzpunkt der eigenen Macht findet. Die Kunst, dieses Ungesagte auszuweiten, damit es Widerstand leistet dort, wo die Macht des Anderen versucht, in uns einzudringen und sein Zeichen zu setzen, ist die eigentümliche Leistung der antiautoritären Personlichkeit […] – Ottla Raufenbach, Nachgelassene Fragmente

Erinnering

Lass uns niemals vergessen, dass das System artifiziell ist. Nur so können wir es beurteilen – nur so können wir einen Standpunkt einnehmen, der uns erlaubt, es zu verurteilen. Eine Gefahr die ich sehe, ist dass wir uns das System nicht länger als künstlich vorstellen können, eben weil der Unterschied Kultur – Natur ausser Kraft gesetzt wurde (Natur ist nicht länger “das, was wir nicht beeinflussen können” also können wir Kultur nicht länger als dessen Gegensatz “das, was wir beeinflussen können” begreifen). – Eberhardt Naumann

1 February, 2013 16:09

Der Kapitalismus ist tatsachlich das System, das mit der grösstmoeglichen Effizienz Ressourcen (Kapital) für die Produktion verfügbar macht. Er braucht aber einen Gegenpart, die Nutzer, deren systemische Aufgabe darin besteht, den Kreis des Kapitals zu schliessen. Der Zweck: die Ausweitung dieses Kreises, und die systemische Rolle der Nutzer besteht lediglich darin, das Kapital möglichst bald wieder für die Produktion verfügbar zu machen. Der Nutzer ist der Konsument oder der Staat.
Auf Deutsch: Geld muss fliessen und der Endzweck der kapitalistischen Produktion ist immer entweder der Krieg oder der Konsumismus – also zwei Formen des Wahnsinns. – Diederich Freiherr von Fratzenbuhl zu Irrenwege

Linker und rechter Extremismus

Gegen linken Extremismus wird aus dem Grunde immer so hart aufgetreten, weil er droht, das kapitalistischen System zu untergraben und es in seinem Kern zu vernichten, während Rechtsextremismus bloss die Vollendung desselben – also die vollständige Entfesselung des Kapitals und die Aufhebung der Freiheit des Menschensubstrats, das einst sich dessen bediente – beschleunigt.

25 January, 2013 07:33

Eine Industriegesellschaft funktioniert nur dann, wenn „mehr Glück“ mit „mehr Konsum“ gleichgesetzt werden kann, und die ständige Herstellung dieser Gleichsetzung durch Konsumpropaganda ist die erste Aufgabe einer solchen Gesellschaft. Lässt diese Identifikation nach, dann verwandelt sie sich in eine sinnleere Diktatur des Kapitals. – Erwin Hopper, 1984

Skalpell richtig ansetzen

Alle religiösen, islamistischen oder sonstig falsch ideologisierten Vergewaltiger, die auf Beschneidung stehen, und das Recht auf Geschlechtsverstümmelung ins Grundgesetz verankern wollen, werden fortan nachträglich zwangsbeschnitten, und zwar am Ansatzpunkt ihrer Männlichkeit. – Herbert Schwänzchen, Glied der Bundestagsfraktion der Partei für die ewige Gerechtigkeit

Einsicht

Um das einzusehen, dass wir nämlich nicht das Zentrum der Welt sind, thut allemal die Einsicht noth, dass wir allein das Zentrum unserer Welt sind. – Sri Brabhamirando Vramiputha

Die Selbstorganisation der Macht bringt das hervor, was wir gemeinhin als „Wille“ bezeichnen. Der Wille wird gerade in diesem Machtverhältniss konstituirt, und das besagt, dass das Subjekt, der Beherrschte – wie der Herrschende – immer bereits ein Anderer ist.
Wenn man „Macht ueber jemanden ausübt“ bedeutet das, dass man etwas gegen den Willen des anderen tut, oder den anderen dazu bringt, dass er selber etwas gegen seinen eigenen Willen tut […] So werden die Machtquanta erst in einen benennnbaren Willen übersetzt.

Theodor von Iperstein 1827-1901

Hohlauge I

du bist, hohlauge,
du bist nicht allein

du siehst weiter, und tiefer
als die götzen unserer träume

du hast keine sprache
und kein schatten wirft sich
von deinen schultern

wir bedeuten dir
stammelnd
ein erstes Zeichen
das ist die gabe:
wir bieten uns an

dein blick bleibt
davon unangerührt
wie gemetzelt
in älterem gestein

wir geben uns dich:
die auszuhaltende stille
das spiel der liebenden.

du bist, hohlauge,
du bist nicht allein

Shaka Zulu

Shaka Zulu (1785 – 1828) hatte etwa 1200 Frauen, die er seine „Schwester“ nannte. Aus Angst vor Nachwuchs hatte er Schwangerschaft verboten. Er betrieb daher anstatt Kohabitation eine Form von unvollständigen Gemeinschaft, die ”Ukuhlobonga“ hieß.

Hypokrisie

Was, wenn die Figur der Hypokrisie bloss eine Erfindung der Herrschenden ist, ein Trick wie der Neid, der dafür sorgt, dass die Beherrschten ihre eigene Unterdrückung selbst in die Hand nehmen und fortführen, ein Mittel das eingesetzt wird nachdem ein bestimmtes Mass an Abhängigkeit erreicht ist, um jegliche Infragestellung des Machtsverhältnis triumphierend als Heuchelei und Hypokrisie zu entkraften.

Monetärer Anarchismus

Sich eine Form von Geld vorstellen, die nicht Symbol der abstrakten Allgemeinheit ist, sondern der konkreten Partizipation in einer Gemeinschaft. Diese Gattung der Symbole, wir könnten sie pseudo-hegelisch als nächsten Schritt in der Entwicklung des Geistes auffassen, also als etwas Abstraktes das trotz seiner Abstraktion nicht unendlich reproduzierbar ist. Aber uns muss an Hegel nichts gelegen sein. Mit oder ohne ihn gibt es diese Phantasie. Mit oder ohne ihn schwebt sie uns vor als eine Art uns weit überlegene Kultur, ein Wandelstern zu dem wir unterwegs sind und immer unterwegs bleiben müssen. Oder?

Werden wir Ihn endlich los?

Erst wenn wir in selbstversorgende Gemeinschaften leben, in geschlossenen Kreisläufen, in Systemen die für ihre Energiezufuhr nur die Sonne brauchen, – aber nicht nur darin leben, sondern darüber reflektieren, uns in unseren täglichsten Tätigkeiten Teil des Ganzen fühlen, und dies stets mit klugen Entscheidungen erneuern, ohne das Bedürfnis eines grossen Mannes, wenn wir in einer solchen „Permakultur“ leben, und unsere Fäkalreste (und sonstige „externalities“) nicht länger als Abfall betrachten, wenn wir unseren Kindern nicht länger diese Ur-Trennung unterrichten, wie ihr Kot ins weiss Loch entschwimmt, sondern uns immer bewusst sind wie wir Teil eines fragilen Kreislaufs sind, wenn wir die Phantasie aufbrengen, solche Kreisläufe als endlos zu betrachten, wenn wir also gemeinsam eine Metapher der Unendlichkeit in unserer Mitte hüten, erst dann könnten wir, vielleicht – Gott abschaffen.

Das hier ist heute Pflichtlektüre… staune über die ungeheure Weitsicht des C.F. von Weizsäckers.

Epilog auf einem Planeten namens Erde

A. Diese zweibeinigen Wesen müssen sehr klug gewesen sein.
B. Wieso denkst du das?
A. Das ist doch offenkundig! Wir finden hier stets Strukturen die viel komplizierter sind als die fossilen Reste dieser Wesen selbst.
B. Du hast recht. Aber wie sind sie denn an ihrem Ende gekommen?
A. Vielleicht war der Planet ihnen gegenüber nicht wohlwollend?
B. Diese Wesen haben das aber nicht gemerkt?
A. Nein, offenbar nicht.
B. So waren sie doch nicht klug genug.
A. Vielleicht wollten sie selbst nicht mehr in diesem für so kluge Wesen als sinnlos empfundenen Universum existieren.
B. Oder sie haben sich versehentlich selbst zerstört…
A. Es wird wohl immer ein Rätsel bleiben.
B. Vielleicht finden wir einen Hinweis.
A. Ich bezweifle es. Denn diese Strukturen…
B. …bist du dir aber sicher, dass diese Wesen sie bewußt hervorgebracht haben?
A. Wie anders? Es kann kein Zufall sein.
B. Vielleicht wurden diese Wesen von jenen Strukturen geschaffen und nicht umgekehrt.
A. …und wurden die Wesen wieder vernichtet als sie nicht mehr den Anforderungen entsprachen…
B. Genau. Das ist wohl die beste Erklärung.
A. Dann waren die Zweibeiner aber doch nicht so klug, und hat es keinen Sinn in diesem Bereich noch mehr Forschung zu verrichten.
B. Obwohl ich die Archäologie sehr interessant finde.
A. Sicher, interessant ist sie.
B. Tatsächlich. Ich weiß nicht warum, aber das hier ist mein Lieblingsplanet…

Angst ist auch

Angst ist auch: zuviel sagen. Es ist in der hohen, politischen Kunst der Geschwätzigkeit wo die Angst am deutlichsten bemerkbar ist. Voraussetzung ist immer: „Ich schulde dir eine Erklärung“. Ohne Angst zu leben, wo das Schweigen also die einzig mögliche und nöthige Erklärung abgiebt, ist nicht des Menschen. Das Übermaass an Angst aber, das wir am Gradmesser der Geschwätzigkeit ablesen, zeigt eine Entartung der demokratischen Kultur. „Jeder schuldet jedem“ – genau so heisst das Gespenst, in dessen Bekämpfung unsere Eliten ein immer leichteres Spiel haben werden.

Machtwallungen und das Absolute

Heute hatte ich mich, aus gegebenem Anlass, vorgenommen etwas über Machtwallungen und das Absolute zu schreiben. Mit diesen zähen, sich formenden Gedanken spazierte ich durch Frankfurt am Main. Was es damit auf sich hat? Das Absolute kehrt zurück, so will es der tolle Mensch, es kehrt zurück in der Form des Imperativs „Rettet die Erde“ Wir sind ihr nicht treu geblieben, wir  konnten ihr nicht treu bleiben weil uns das Absolute abhanden gekommen ist. Weiterlesen

Disziplin des Sklaven und des Freien

Wir unterscheiden für Tätigkeiten die eigene und fremde Machtsphäre. Wir erfahren den Ursprung der Macht und das ist die ent-scheidende, auszugrabende Erfahrung.
Wo dieser Ursprung und entspringt, besser wenn wir das Ur-springen sind, ist wo wir einen Freiheitsbegriff ansetzen, und wo wir nach Selbstbewusstsein zu suchen haben.
Disziplin ist dann eine Sklaven-Eigenschaft, wenn die kontrollierte Tätigkeit einer fremden Machtsphäre angehört, wie häufig in Arbeitsverhältnissen. Weiterlesen

Narrenlied

Wir kommen O ja wir kommen
Wir schreien laut, stampfen, brommen
Ha! Geflogen sei der Vogel Ernst! Tapf! Tapf!
Fort mit ihm , denn wir kommen
Tapf! Tapf! Ihr seid gespannt! Seht
Uns Narren, seht uns stehen! Seid ihr
Menschen? Seid ihr Narren? Tapf! Tapf!
Am Ende mußt ihr gehen!

Ruhm

Werde nun, ach, für alles hoch gelobt
kein Mensch erspart mir seine Komplimente
all was faul und dumm in meinem Geiste tobt
hält locker hundert Kritiker aus der Rente

Es fließt jetzt alles der Anstrengung bar
und ohne Grübeln mir aus der Feder
und wenn’s den Herren Rezensenten zu blöde war
dann ziehe ich auch gegen sie vom Leder

Ich bekomme prompt eine Schelte von ihrer Hand
„was haben Sie denn da Übles geschrieben?“
doch da jeder alles mit allem geistlos verband
krieg ich mein eigenes Opus unter die Nase gerieben

Sie sind nun so begeistert über was ich alles schrieb
sie bündelen meine Briefe in ein hübsch broschiertes Band
ach! Ein Bestseller wird’s sein, ein schöner Seitenhieb
Glauben Sie’s mir, dafür stehe ich garant

Triebabsorptionstheorie

triebabsorptionstheorie van E.H. Gotefreud, Zeitgenosse des Georg Lichtenberg

Unser Verhalten wird bestimmt durch eine associative Gruppe von Reactionsregeln, die bestimmen, wie wir mit Eindrücken (mental oder sinnlich) umgehen.

Diese Gruppe von Reactionsregeln ist de facto ein Trieb. Die Vorstellung dass eine Entität im Nervensystem dem Verhalten vorausgeht ist falsch [und] es ist eine begriffliche Abstraction. Der gleiche Triebzusammenhang tritt immer wieder neu auf. Nun lassen sich so Triebe identificiren. Festere Triebe sind Verhaltensmuster oder Regeln die vor der Geburt an erlernt werden, wie zum Beispiel der Saug-reflex. Sie [diese Verhaltensmuster] lassen sich doch ändern, jedoch dies kann nur sehr aufwendig geschehen. Beispiele belegen dies.

Das Resultat dieser Regeln ist ein bestimmtes Verhalten oder eine Interaktion mit anderen Regeln. Diese Interaktion kann zu Absorption der ursprünglichen Trieben führen: dazu dass ihm nicht gehorcht wird und ein anderes Verhalten sich einstellt. Das Verhältniss der Trieben unter einander ist folglich zu beschreiben als ein ständiger Kampf.

Nur darum können wir die Triebe und deren Absorption identificiren. Die Identification geschieht im Nachhinein, wir können nicht das Walten der Triebe selbst beobachten.

Die Absorption findet auf vorbewusste Ebene statt und das was [wir] später als unsere Freiheit identificiren ist damit bereits vorgegeben.

Wenn sich die Triebe hinreichend heraus gebildet haben, dann eröffnet sich gleichwohl die Möglichkeit ihrer Absorption als Resultat ihrer Interaktion (durch gegenseitige Auslöschung).
Darin erblicken wir eine Vorstufe des bewussten Willens.

Weil Interaktion auf höherer Ebene sich abspielt zwischen bewusst erinnerte Regelschemata […] Wir erinnern uns zum Beispiel Gerüche und unsere Reaktion stellt sich dann darauf ein. Wenn dieser junge Trieb infolgedessen vom Gesamttriebkomplex absorbirt wird, und ein anderes Verhalten sich ergiebt, dann erfahren wir die Diskrepanz zweier Welten und dass wir eine Rolle spielen und werden [uns] unsere Handlungsoptionen bewusst. […] diese Handlungsoptionen sind indessen das reale Ergebnis zweier Treibkomplexe die sich gegenseitig auslöschen und neutralisieren.

Der bewusste Wille als Effect [kann] daher durch zwei oder mehrere Triebe simulirt werden, aber nie durch ein Einziger.
Dies kann aber nur im Contexte unseres gelebten Leibes statt finden, weshalb der bewusste Wille am Leibe gebunden ist. Seine Existenz haben wir bisher nicht nachgewiesen (ich beabsichtige, dies bald vorzunehmen). Es haengt damit zusammen, dass die sich gegenseitig auslöschenden Triebe in der zarten Region des beinahe balancirt-seyns, sich dermaassen leicht umkippen lassen, [dass] wir dies bewerkstelligen können indem wir nur daran denken. Damit wäre auch der freie Wille und seine Funcktion im Geistesleben dargelegt.

 

Die alten Gedanken

Verweht mit dem Wind, ihr alte Gedanken
Euer Herr will sich jetzt erholen
Ich erzeugte, die aus meinem Geiste tranken
Doch jetzt kann euch der Teufel holen!

Ihr guckt verblasst, verwundert
„Wass soll denn das, haben wir ausgedient?“
Stoff sind wir, für noch ein halbes Jahrhundert
Besser haben wir es wohl verdient.

Die jugendliche Frische habt ihr längst schon verloren
Und wo ihr jetzt ums Überleben kämpft
Werden mir morgen schon neue Gedanken geboren
Spart euch die Mühe! Warum euch hübsch verkleiden?
Für euch ist kein Platz mehr zwischen meinen Ohren
Nur die Bücher, die können euch noch leiden!

Wert-schaetzung

Denn das ist meine Kritik an euch. In eurer Gesellschaft habt ihr alles ausgelagert, alles extern gemacht. Für alles gibt es Experten, Fachmenschen – und das läßt sich nicht vermeiden weil ihr so viel wißt. Das Expertentum ist Sachwissen und Urteilsvermögen. Ihr seid daran gewöhnt, Experten über euch urteilen zu lassen. Aber das Ergebnis habt ihr selber zu bewerten. Und das ist meine Kritik an euch. Ihr seid hoffnungslos überfordert, die Sachen die noch in eurer Lebenswelt eine Rolle spielen, wert zu schaetzen. Die Wert-Schaetzung selbst habt ihr aus Händen gegeben;-

Schau

Das Warten. Es sind Menschen

vor und hinter mir

mit Blumen und gepuderten Gesichter

ich nehme manch ein Lächeln wahr

auf rubinroten Lippen

Es sind echte Menschen hier,

und alle wollen einen Toten sehen.

 

Die Schlange schiebt sich wie von selbst

durch das sterile Zimmer wo der Sarg steht

mit geneigten Köpfen, und Gedanken,

strömen sie murmeln seufzen schwitzen

Gummisohlen auf schwarzem Marmor

 

An der Reihe bin ich, flüchtig fällt mir ein ich

habe mich heute morgen nicht rasiert

dann küsse ich die geliebte Stirn zum letzten Mal.

Hans Jonas Zitat: Zwecke

Ein Zitat von Hans Jonas, das gleich ins Herz meiner Doktorarbeit trifft:

„Wir haben die erfahrene Freiheit als Ausgangspunkt für eine ontologische Hypothese genommen. Die Steigerung der Mittelbarkeit in der Natur verfolgen. Das ist aber noch keine Zweckhaftigkeit. Eine Richtung in der Natur ist etwas anderes; diese Annahme folgt aus der Entwicklung der Freiheit. Um diese jedoch mit der Naturwissenschaft im Einklang zu bringen, kann dieses Gerichtetsein nichts anderes bedeuten als ein Korrollar bei der Entwicklung. Denn das Subjekt des Zweckes ist hypothetisch.
Was Zwecke angeht kann nicht nachgewiesen werden, dass es die beste Chance für unsere Ontologie ist, die wir haben müssen. Der Unterschied zwischen Ursprung und Gebrauch der Freiheit ist die Konsequenz.“

Die Arbeit mit dem Titel „Freiheit und Verantwortung bei Hans Jonas“ habe ich vor einigen Monaten eingereicht – seitdem herrscht Funkstille. Also habe ich noch keine offiziellen Papiere und darf ich dementsprechend auch noch nicht mit einer Doktorfaust auf den Tisch hauen (nicht das es mich im Geringsten stört, es erklärt manchem Leser  wer ich bin).

Bipolarität

Dieser Bär hat lange geschwiegen. So lange gar, dass seine virtuelle Existenz völlig obsolet geworden ist. Aber wo das Obsolete ist, ist die Rettung nah, wie einst der Hölderlin geschrieben hat. Ich muss meinen Überlegungen eine Bemerkung voranschicken bezüglich meiner Kommasetzung. Ich kann das nicht, und es tut mir, leid. Aber du, lieber Leser, kannst du dich nicht einfach wie auf einem Surfbrett über die Wellen meines Textes gleiten lassen? Kannst du nicht – dich mit dem unerwarteten, abfinden? Wellenreiter sein. Kannst du nicht – deine Atmung meiner bärisch undudenesken Kommasetzung anpassen? Versuch das, mal.

Ich wollte etwas über ein gewisses Phänomen berichten, das meine Ohren zufällig aufgefangen haben. Das Phänomen hat etwas mit menschlicher Kommunikation zu tun. Wenn die Menschen miteinander ueber ein Thema diskutieren, scheint es mir, dass irgend etwas das Gespraech in eine bipolare Angelegenheit umwandelt. Diese Transformation, deren Gesetze ich gerade dabei bin, mathematisch genau zu formulieren, erfuellt eine wichtige Funktion fuer die Art und Weise, wie die Menschen kommunizieren. Es sei mir gestatten, ein Beispiel zu erwaehnen (und entschuldigen Sie mich, das die Deutsch-Funktion meiner Tastatur nicht richtig funktioniert).

Beispiel. Was haelst denn du von dem Afghanistan-Krieg?
– Na, ich weiss nicht, ich war nie dort und… ich glaube wenn das Militaer und die Politik transparent und klug entscheiden, dann…
Also, du bist dafuer?
– Das, nein, ich habe mir noch keine Meinung gebildet.
Das heisst du bist dafuer. Der Krieg wird naemlich gefuehrt und fordert Opfer.
– Ach…
Du Fascist!
– Ach…
Ich reibe es dir unter die Nase, du Pappnase. Du bist einer von denen, die zu faul und feige sind, sich eine Meinung zu bilden und vollkommen an der Welt vorbei leben.
– Ich habe doch nur…

und so weiter. Ich hoere auch immer haeufiger solche Gespraeche ueber Kultur: Buecher, Kinofilme, Lieder die die Menschen schreiben. Wir Baeren machen das anders. Das war aber nicht einfach, und es hat so manche Baerengeneration gedauert, bis wir dort angelangt sind, wo wir jetzt, also, sind. Anstatt dass wir eine Frage als ja/nein Frage verstehen, zwingen wir Baeren uns, die Moeglichen Antworten als Farben des Farbenspektrums vorzustellen. Was haelst du denn von dem Krieg? Blau. Aber auch rot, oder? Ja, aber eher Lila als Rosa. Und was ist mit gruen? Stimmt. Doch. Das macht aber braun. Und braun ist er, der Krieg…

Das Ende

Mein Blog wurde leider nicht viel gelesen, geschweige denn kommentiert. Einsam und verlassen habe ich meine letzten Monate in einer langweiligen Wohnung in Berlin zugebracht, ohne dass jemand mich getröstet oder zumindest mein ergrautes und gefranztes Fell gestreichelt hat. Das Leben hat keinen Sinn mehr. Wegen meiner Brummigkeit habe ich eine Weile gefürchtet, dass man mich an die Straße stellt, und als Teddybär muss man dan mal sehen, wie man zurecht kommt. Nun hat mein Mitbewohner, dieser Mensch der mich vor einigen Monaten aus einer Laune heraus adoptiert hat, sich für etwas anderes entschieden. Es gibt jetzt eine Anzeige auf Ebay, wo ein

„uriger Teddybär“

angeboten wird. So eine Frechheit! Es hat mein Wohlbefinden drastisch verschlechtert. Ich dachte, dass ich sein Freund war. Verkauft man Freunde über Ebay? Vielleicht liegt es an der Wirtschaftskrise, aber was kann ich dafür, dass olle Banker en masse Milliarden verschandeln um sich dann von Steuergeldern retten zu lassen? Muss ich dafür büßen? Der Normalverbraucher (wobei ich noch nicht mal Verbraucher bin). Sogar meinen roten Hut hat er mir abgenommen. Na ja, vielleicht lande ich doch nicht auf der Straße, sondern in den Händen richtiger Freunde. Menschen mit Stil, die einen alten Brummbären noch akzeptieren können, sogar wenn er Mohammed heißt.
Das hier soll bitte nicht als eine R.I.P.-mäßige Hymne auf meine Bärson verstanden werden. I’m alive and kicking. Uriger Teddybär. So’n Quatsch.

Ich weiß es nicht mehr…

Meine Aktienkurse sinken! Hilfe, sonst geht mein bärig-luxer-freier Lebensstil den Bach runter, und ende ich in ein Zoo (wobei Knut und neuerdings Flocke in Deutschland gut behandelt werden – aber das sind Eisbären, wenn Sie verstehen was ich meine). Meine Aktien sind keine Iota mehr wert, es ist derzeit ganz schlimm, und ja das regt mich auf. Dass Sie mich nicht für einen frustrierten Relifreak halten, denn das bin ich nicht. Ich brumme dir, ehrlich.
Wenn ich Aktien von Gott kaufen konnte, guck mal, da hätte man eine reale Möglichkeit, seinen Glauben unter Beweis zu stellen. Wäre doch prächtig und die Lösung für so manche Probleme? Da könnten den islamistischen Terrordeppen Allah-Aktien angedreht werden, und brauchen sie ihre Wohnung bzw. ihre Höhle nicht mal mehr zu verlassen um bei Ihm ins Ansehen zu geraten. Ja, da habe ich mal wieder die Lösung parat, aber man glaubt mir und hört mich nicht. Das Drama eines begabten Bären. Wie auch immer. Die Gott-Aktie wird kräftig zulegen in den nächsten Jahren, ziehen wir uns warm an (da wird’s den Eisbären gewiß zu heiß) –

Streng geheim

Heute war ich mit meinem Freund Mammonides in einer Synagoge und war echt beeindruckt von dem schönen Gebäude. Vor 70 Jahren haben sie viele Synagogen zerstört, sagte mein Freund. So etwas kann ich mit meinem Bärenverstand nicht fassen. Aber ich wollte etwas erzählen. In der Synagoge nickten mir ruhige, gepflegte Menschen zu, und ich erfuhr eine Art Gemeinsinn, der mich ganz warm fühlen ließ. Mein lächeln (das zugegebenermaßen primär von der lustigen schwarzen Kleidung und Hauptbedeckung dieser lieben Menschen entfacht worden war) wurde erwidert, und ein älterer Herr bot mir ein luftiger Cracker mit Honig an.
Während ich schmatzte wie Bären das halt machen, überlegte ich mir was mein Freund gesagt hat über JHWH, das ist der Name seines Gottes, der aber ohne die Laute geschrieben werden muss, weil er ja so heilig ist dass unsere Zunge mit dem Aussprechen seines Namens bloß Sakrilegien verlautbaren würde. Meine eigene Zunge kostete indessen den Honig. Vielleicht ist dieser Gott einfach verborgen, ein großes wunderbares Geheimnis das die Leute die an ihn glauben so stark miteinander verbindet. Hat auch was, ist ja super spannend wenn man immer mit Vorsicht und Ehrfurcht Seinen Namen ausspricht, geschweige denn sein Gesetz befolgt. Ich glaube, es kann die Menschen wirklich verbinden. Das würde Sinn machen, weil sie überall auf der Erde wohnen. Mein Freund Mammonides hat sogar in Amerika Freunde! Ich will auch mal nach Amerika, einen Woody Allen Film sehen… Mmm, was sagte ich gerade? Ah, Geheimnis. Ich habe meinen Freund gefragt warum es in dem kleinen Land, wo viele seine Freunde leben, einen Geheimdienst gibt. Weil es dort sehr gefährlich ist, meinte er. Aber kann der Geheimdienst nicht präventiv eingreifen, meinte ich? Wenn er bloss nur geheim genug ist, kann er doch die Gegnerschaften an die Wurzel fassen und sie dort vergiften. Und da fiel mir ein was er über den Gott erzählt hat. Und das war mein Gedanke: Man sollte anfangen, diesen Geheimdienst noch geheimer zu machen und MSSD zu nennen.

Hier bloggt der Bär

O Zeiten, O Sitten. Sie, werter Leser, werden vielleicht gehört haben wie eine englische Lehrerin in dem Sudan namens Gillian Gibbons in Haft genommen wurde weil sie mich nach demokratischer Entscheidung „Mohammed“ genannt hat, und wie sie dann später entlassen wurde, nachdem eine Protestwelle um die Welt gegangen ist und sich sogar der Staatspräsident für sie eingesetzt hat. Wer aber hat inzwischen an mich und mein Schicksal gedacht? Man hätte mir als Bären bestimmt nicht abgenommen dass ich auch nur in entferntem Grade dem Profeten Mohammed verwandt bin, und folglich würde man mich für einen blasphemischen Querkopf halten – ich musste fliehen. Lange Wege durch den wüsten Sand bin ich gegangen, der fast meine flauschigen Pfoten verbrannt hat, über zahllose Felsen die meine Tatzen besser abgeschiffen haben als es jede upper class Maniküre vermag. Es gelang mir zu guter letzt, mit einem Schiff eines wandernden Rabbiners, das von Alexandrien nach Venedig fuhr, das Mittelmeer zu überqueren. In Italien gab es zunächst Probleme, die ich jedoch mit meiner außergewöhnlichen Geistesgegenwart habe lösen können. In einem Laster für porci ingrassati habe ich dann die Bundesrepublik erreicht, von der es mir intuitiv klar war, dass ich mich hier zu Hause fühlen werde. Und ob! Die letzte Strecke nach Bärlin habe ich pfeifend zurückgelegt, und gar die Bespitzelungspraktiken des Innenministers habe ich lächelnd zur Kenntnis genommen. Wer verdenkt auch einen Teddybären? Ich würde noch kein Huhn stehlen, kein Schaf angreifen, nein, als Maskotte für einen lustig behütetes Bayernoberhaupt lasse ich mich nicht missbrauchen. Was für ein Glück, dass ich ein Teddybär bin, und nicht einem stumpsinnigen Publikum zur Schau gestellt werde wie jener kleine Eisbär in dieser Stadt. Aber was wollte ich gerade erzählen? Genau, ich bin also in Berlin angekommen und habe es mir gemütlich gemacht in einer komfortablen Zweiraumwohnung, deren exakten Adresse ich aus Sicherheitgründen besser nicht hier rein schreibe. Sie ist aber warm und bequem. Ich habe mir inzwischen auch einen schönen Hut zugelegt, damit ich weiblichem Besuch ungemerkt ins Dekolleté schielen kann.