Archiv für den Monat Februar 2013

Lob der Bürokratie

Versuchen wir es mal so zu sehen:
Die Bürokratie stellt die Illusion erst her, dass es irgendwie eine Gerechtigkeit gibt, wonach wir streben könnten. Also spricht die Bürokratie:
“Es gibt nun mal diese Regeln. Wir können natürlich deinem Wunch aus logistischen Gründen nicht gerecht werden, aber bestätigen dir gerade damit, dass seine Erfüllung prinzipiell gerecht wäre.”

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Ratzinger

Der heil’ge Geist ist nicht ganz mehr wach
und auch sein Körper lasst nach und nach
also entkommt man nicht dem Verdikt:
es ist das Aus für Herrn Benedikt

Der Ratzinger trug weder Pelz noch Fell
gekleidet ging er eher traditionell
ein Modepapst, das wäre zu banal
dann lieber noch eine Weile Kardinal

Sein Nachfolger ist zunächst unbekannt
und die ganze Welt wartet zurecht gespannt
bis da aufsteigt der weisse Rauch
und gehüllt in ihm steht Günther Jauch

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Das Ungesagte ins Gesicht der Macht

[…] das, was ungesagt bleiben kann in einer Unterhaltung und trotz der Hingabe zu der loquax (man entleert sich) in der Einflusssphäre der fremden Macht des Anderen (zum Beispiel des Vaters) diese Hemmung einzubauen, die es schlicht verhindert, bestimmte Dinge zur Sprache zu bringen […] dort kehrt sich gleichsam die Unterwerfung gegen sich selbst, und schränkt sie sich selbst ein, sodass sie unvollendet bleibt und eben darin einen Ansatzpunkt der eigenen Macht findet. Die Kunst, dieses Ungesagte auszuweiten, damit es Widerstand leistet dort, wo die Macht des Anderen versucht, in uns einzudringen und sein Zeichen zu setzen, ist die eigentümliche Leistung der antiautoritären Personlichkeit […] – Ottla Raufenbach, Nachgelassene Fragmente

Erinnering

Lass uns niemals vergessen, dass das System artifiziell ist. Nur so können wir es beurteilen – nur so können wir einen Standpunkt einnehmen, der uns erlaubt, es zu verurteilen. Eine Gefahr die ich sehe, ist dass wir uns das System nicht länger als künstlich vorstellen können, eben weil der Unterschied Kultur – Natur ausser Kraft gesetzt wurde (Natur ist nicht länger “das, was wir nicht beeinflussen können” also können wir Kultur nicht länger als dessen Gegensatz “das, was wir beeinflussen können” begreifen). – Eberhardt Naumann

1 February, 2013 16:09

Der Kapitalismus ist tatsachlich das System, das mit der grösstmoeglichen Effizienz Ressourcen (Kapital) für die Produktion verfügbar macht. Er braucht aber einen Gegenpart, die Nutzer, deren systemische Aufgabe darin besteht, den Kreis des Kapitals zu schliessen. Der Zweck: die Ausweitung dieses Kreises, und die systemische Rolle der Nutzer besteht lediglich darin, das Kapital möglichst bald wieder für die Produktion verfügbar zu machen. Der Nutzer ist der Konsument oder der Staat.
Auf Deutsch: Geld muss fliessen und der Endzweck der kapitalistischen Produktion ist immer entweder der Krieg oder der Konsumismus – also zwei Formen des Wahnsinns. – Diederich Freiherr von Fratzenbuhl zu Irrenwege