Archiv der Kategorie: Gedichte

Böhmermannverehrung

boehmermann

Oh wie billig sind die Witze über Erdogan
du weißt, jener schwule Ziegenficker mit Großenwahn
der mit seinen verschrumpften Eier und sein nichtigem Glied
schon Anlass war für manch ein schmählich Lied

teuer aber ist die Meinungsfreiheit der freien Welt
egal wie ein Satiriker wedelt mit dem Schwanz und bellt
egal wieviel der türkische Diktator darüber flucht und flennt
in der Rechtsordnung der Bundesrepublik ist er tatsächlich impotent

Die Flüchtlingsdebatte nach Rilke

Grabmal eines jungen Mädchen

Wir gedenkens noch. Das ist, als müßte
alles dieses einmal wieder sein.
Wie ein Baum an der Limonenküste
trugst du deine kleinen leichten Brüste
in das Rauschen seines Bluts hinein:

– jenes Gottes.
Und es war der schlanke

Flüchtling, der Verwöhnende der Fraun
Süß und glühend, warm wie dein Gedanke,
überschattend deine frühe Flanke
und geneigt wie deine Augenbraun.

Ratzinger

Der heil’ge Geist ist nicht ganz mehr wach
und auch sein Körper lasst nach und nach
also entkommt man nicht dem Verdikt:
es ist das Aus für Herrn Benedikt

Der Ratzinger trug weder Pelz noch Fell
gekleidet ging er eher traditionell
ein Modepapst, das wäre zu banal
dann lieber noch eine Weile Kardinal

Sein Nachfolger ist zunächst unbekannt
und die ganze Welt wartet zurecht gespannt
bis da aufsteigt der weisse Rauch
und gehüllt in ihm steht Günther Jauch

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Ruhm

Werde nun, ach, für alles hoch gelobt
kein Mensch erspart mir seine Komplimente
all was faul und dumm in meinem Geiste tobt
hält locker hundert Kritiker aus der Rente

Es fließt jetzt alles der Anstrengung bar
und ohne Grübeln mir aus der Feder
und wenn’s den Herren Rezensenten zu blöde war
dann ziehe ich auch gegen sie vom Leder

Ich bekomme prompt eine Schelte von ihrer Hand
„was haben Sie denn da Übles geschrieben?“
doch da jeder alles mit allem geistlos verband
krieg ich mein eigenes Opus unter die Nase gerieben

Sie sind nun so begeistert über was ich alles schrieb
sie bündelen meine Briefe in ein hübsch broschiertes Band
ach! Ein Bestseller wird’s sein, ein schöner Seitenhieb
Glauben Sie’s mir, dafür stehe ich garant

Die alten Gedanken

Verweht mit dem Wind, ihr alte Gedanken
Euer Herr will sich jetzt erholen
Ich erzeugte, die aus meinem Geiste tranken
Doch jetzt kann euch der Teufel holen!

Ihr guckt verblasst, verwundert
„Wass soll denn das, haben wir ausgedient?“
Stoff sind wir, für noch ein halbes Jahrhundert
Besser haben wir es wohl verdient.

Die jugendliche Frische habt ihr längst schon verloren
Und wo ihr jetzt ums Überleben kämpft
Werden mir morgen schon neue Gedanken geboren
Spart euch die Mühe! Warum euch hübsch verkleiden?
Für euch ist kein Platz mehr zwischen meinen Ohren
Nur die Bücher, die können euch noch leiden!